Alles hat gepasst - Wanderwochenende im Nationalpark Eifel

3. Oktober 2024 - 7. Oktober 2024
Achim Oerschkes


Unser Wanderwochenende fand dieses Jahr im Nationalpark Eifel statt. Die Teilnehmer reisten individuell an und trafen sich am frühen Nachmittag in Schleiden, das sich perfekt als Ausgangspunkt für unsere erste Wanderung anbot.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns auf den Weg. Die Wanderung führte uns in gemächlichem Tempo aus Schleiden hinaus. Der Weg schlängelte sich zunächst durch das Rösselbachtal, einem malerischen und ruhigen Tal mit Mischwald. Nach der ersten Steigung bot sich uns ein herrlicher Blick auf die hügelige Eifellandschaft. Nach einigen Kilometern erreichten wir den kleinen Ort Wintzen, der wie ausgestorben schien. Die alten, teils aus Bruchstein erbauten Häuser und die verträumte Dorfatmosphäre waren sehenswert.

Vom Ortskern Wintzens wanderten wir weiter durch den Broicher Wald. Die Strecke war moderat, am Anfang etwas steil, sonst leicht hügelig und bot genügend Abwechslung. Trotz der Steigungen war die Route gut zu bewältigen, sodass auch weniger geübte Wanderer problemlos mithalten konnten. In den Abendstunden erreichten wir schließlich nach etwa acht Kilometern wieder unseren Ausgangspunkt in Schleiden. Die Wanderung war ideal, um sich auf die kommenden Tage einzustimmen und erste Eindrücke von der landschaftlichen Vielfalt des Nationalparks zu gewinnen.

Der zweite Tag unseres Wanderwochenendes begann mit einem ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft, um uns für die bevorstehende anspruchsvollere Etappe zu stärken. Gut ausgeruht und bei besten Wetterbedingungen starteten wir früh am Morgen. Von Gmünd aus führte uns der Weg zunächst durch Wiesen, bevor wir die Höhen des Braubachtals erreichten. Schon auf den ersten Kilometern beeindruckte die abwechslungsreiche Landschaft, die mit weiten Blicken über die Eifel und ihre sanft geschwungenen Hügel aufwartete.

Die Fernsicht war an diesem Tag besonders klar, sodass wir bis zu den entfernten Höhenzügen blicken konnten. Die frische Brise und das weite Panorama machten den Aufstieg zu einem echten Genuss. Wir wanderten weiter und erreichten gegen Mittag den Punkt Herhahn. Im NSG Lassbachtal machten wir eine wohlverdiente Rast und genossen unsere mitgebrachten Snacks. Nach der Rast setzten wir unsere Tour fort. Dieses Gebiet ist für seine außergewöhnliche Artenvielfalt und die gut erhaltenen Biotope bekannt.

Der schmale Pfad schlängelte sich durch urwüchsige Wälder und an Bächen entlang, die kristallklar dahinplätscherten. Die Geräusche des Wassers begleiteten uns auf unserem Weg. Besonders eindrucksvoll war der Wechsel der Landschaft: Dichte, moosbewachsene Waldabschnitte lösten sich mit lichten Waldwiesen ab. Die Anstiege meisterten wir ohne Mühe und nach insgesamt rund 14 Kilometern und 370 überwundenen Höhenmetern hatten wir unser Ziel am späten Nachmittag erreicht.

Am dritten Tag starteten wir wieder von unserer gemütlichen Unterkunft aus. Der Luft war nebelig und die Sonne konnte sich erst später durchsetzen. Die Route versprach erneut eine abwechslungsreiche Mischung aus Naturerlebnissen, historischen Stätten und idyllischen Landschaften. Der erste Abschnitt führte uns entlang des malerischen Uferwegs, der sich in sanften Kurven durch die Landschaft schlängelte. Die morgendliche Ruhe am Wasser und das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der Oberfläche sorgten für eine entspannte Stimmung. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Urftsee, ein wunderschönes Gewässer mitten im Nationalpark, das von dichtem Wald umgeben ist. Hier verweilten wir kurz und genossen den Blick auf das Wasser. Einige von uns nutzten die Gelegenheit, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen, während andere die friedliche Atmosphäre auf sich wirken ließen.

Weiter ging es über die Victor-Neels-Brücke, die den See überspannt. Diese charmante Hängebrücke verbindet die beiden Seeufer und bot uns einen fantastischen Blick auf einen kleinen Teil des Sees. Die Brücke ist ein beliebtes Fotomotiv und schien an diesem sonnigen Tag fast einer Postkarte entsprungen zu sein. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, führte der Weg erneut durch den dichten Wald. Wir wanderten bergauf. Nach einem anstrengenden Aufstieg erreichten wir schließlich die Dokumentationsstätte Vogelsang. Diese historische Stätte, eine ehemalige NS-Ordensburg, liegt auf einem Hochplateau mit weitem Blick über die Eifellandschaft. Hier legten wir eine Pause ein und erhielten eine kurze Einführung in die Geschichte der Anlage. Der Ort ist heute ein bedeutender Gedenk- und Lernort, der an die dunkle Vergangenheit erinnert und gleichzeitig als Mahnung für die Zukunft dient.

Nach dem informativen Zwischenstopp setzten wir unsere Wanderung fort. Der Weg führte uns bergab, und wir durchquerten die umliegenden Wälder auf schattigen Wegen. Unser Ziel war das kleine Dorf Morsbach. Der Weg dorthin war landschaftlich äußerst reizvoll, mit immer wieder wechselnden Ausblicken auf die hügelige Eifellandschaft.

In Morsbach angekommen, steuerten wir direkt den Morsbacher Hof an, ein gemütliches Café, das für seine hausgemachten Kuchen bekannt ist. Nach den bereits zurückgelegten Kilometern war die Pause mehr als willkommen. Wir setzten uns in den Schankraum und genossen ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Die freundliche Bedienung und die leckeren, frisch gebackenen Kuchenstücke sorgten dafür, dass wir uns bestens erholten und neue Kraft schöpften.

Nach dieser wohltuenden Stärkung fiel es uns leicht, die letzte Etappe unserer Wanderung in Angriff zu nehmen. Die Atmosphäre in der Gruppe war gelöst und die Gespräche drehten sich um die Erlebnisse des Tages. Die Wege führten nun durch lichten Mischwald. Die moderate Steigung und die weichen, gut gepflegten Wege machten das Wandern besonders angenehm.

Nach insgesamt 16 Kilometern erreichten wir schließlich unsere Unterkunft. Der Tag endete wie er begonnen hatte: bei schönem Wetter und bester Stimmung. Trotz der anspruchsvollen Strecke fühlten wir uns alle zufrieden.

Am Abend ließen wir das Wanderwochenende bei einem gemütlichen Zusammensitzen ausklingen. Wir tauschten unsere Eindrücke aus, lachten viel und genossen die gesellige Atmosphäre. Der gemeinsame Rückblick auf die vergangenen Tage zeigte uns, wie vielfältig und faszinierend die Eifel sein kann. Die Höhen und Täler, die stillen Seen und die bewegende Geschichte der Region hatten uns alle beeindruckt.

Am vierten und letzten Tag unseres Wanderwochenendes im Nationalpark Eifel stand eine kürzere, aber nicht weniger schöne Wanderung auf dem Programm. Nach den intensiven Wandertagen zogen es einige Wanderer vor, Monschau zu besuchen.

Eine kleine Gruppe entschied sich, durch das Oleftal zu wandern. So machten wir uns zu fünft auf den Weg, um die letzten Kilometer des Wochenendes in gemächlichem Tempo und bei angeregten Gesprächen zu genießen. Nach einem gemütlichen Frühstück starteten wir in Gmünd. Die Sonne schien bereits kräftig und der Himmel war strahlend blau. Es war ein perfekter Herbsttag. Unsere Route führte uns dieses Mal auf die Höhenzüge oberhalb der Olef, einem kleinen Fluss, der sich durch das gleichnamige Tal schlängelt.

Der Weg verlief zunächst durch den Wald. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen, die uns durch teils steile und anspruchsvolle Abschnitte geführt hatten, war die Steigung moderat. In einem Waldstück auf einer Wiese graste eine Schafherde. Der Schäfer erklärte uns mit viel Leidenschaft und Fachwissen die Besonderheiten seiner Herde. Er erzählte von den alten, widerstandsfähigen Schafrassen, die in der Region heimisch sind, und von der Bedeutung der Weidewirtschaft für den Erhalt der offenen Kulturlandschaft.

Nach diesem interessanten Gespräch setzten wir unsere Wanderung fort. Der Weg führte uns auf der Sonnenseite des Oleftals entlang. Auf einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb von Gmünd machten wir eine letzte Rast und genossen die herrliche Aussicht auf das Tal. Die angenehme Wärme und die ruhige Stimmung machten diesen Moment zu einem perfekten Abschluss unserer Wanderung. Es war ein schönes Gefühl, die letzten Tage noch einmal Revue passieren zu lassen und dabei die Natur um uns herum in vollen Zügen zu genießen. Der Weg führte uns schließlich hinab nach Gmünd, einem malerischen kleinen Ort mit historischen Fachwerkhäusern und engen Gassen, die ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben.

Im Dorf angekommen, machten wir einen letzten Stopp in einem gemütlichen Café, um das Wanderwochenende bei Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen. Das kleine Lokal lag direkt in der Einkaufsstraße. Die Stimmung war heiter und gelöst und wir tauschten noch einmal die schönsten Erlebnisse des Wochenendes aus. Wir reflektierten die vergangene Zeit: die abwechslungsreichen Wanderungen, die herausfordernden Anstiege, die eindrucksvollen Ausblicke und die vielen kleinen Begegnungen und Gespräche, die das Wochenende so besonders gemacht hatten. Es war ein harmonischer Abschluss.

Vielen Dank an Detlef und Sabine Volkmer, die mit den Vorbereitungen und dem Vorwandern dafür sorgten, dass das diesjährige Wanderwochenende im Nationalpark Eifel ein voller Erfolg wurde. Die abwechslungsreiche Landschaft, die interessanten Begegnungen und die vielen schönen Momente haben uns als Gruppe bereichert und werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal und sind gespannt, welche neuen Pfade wir dann gemeinsam erkunden werden.

Kategorie:
Wandern



Feedback

Wenn Sie dem Autor des Berichts eine Nachricht hinterlassen wollen, so können Sie das hier tun.

Kontakt